2016 - Der Rauchfangkehrer und das Dach der Welt – Tibet

Der Rauchfangkehrer und das Dach der Welt (Tibet) Was fällt Ihnen zum Thema Tibet ein? Mir Spontan: ein Land, mehr als 8000 km von Österreich entfernt; das „Dach der Welt“; die beeindruckende Schneelandschaft des Himalaya; der Yeti, der laut Reinhold Messner ein „großer Schneebär“ ist; der Dalai Lama; Heinrich Harrers Trip zum Nanga Parbat und seine „Sieben Jahre in Tibet“; der Film, in dem Brad Pitt „den Harrer gibt“.

Nach einem äußerst netten und interessanten Treffen mit der Präsidentin und Obfrau des Vereins „Save Tibet“, Elisabeth Zimmermann, war es schnell klar: wir bringen das Land Tibet ein wenig näher, konkret ins Rauchfangkehrermuseum und machen eine gemeinsame Ausstellung. Wir spannen somit den Bogen vom „Dach der Welt“ zu den Dächern, die für die Rauchfangkehrer mitunter die Welt bedeuten.

Befasst man sich näher mit der Geschichte des Landes, ergibt sich Erstaunliches. Geschichte und Kultur sind so aufregend und einmalig, es würde zu weit führen, sich hier stark ins Detail zu vertiefen.

Nur so viel: Die Geschichte und Kultur Tibets reichen Jahrtausende weit zurück. Tibet besitzt eine eigene Sprache und Schrift. Das Königreich Tibet entstand im 7. Jahrhundert. Es erreichte unter König Songsten Gampo (627–649 n. Chr.) eine Hochblüte. Der Buddhismus, im 9. Jahrhundert aus Indien kommend, entwickelte sich zunächst zur prägenden Philosophie und Religion. Eine islamische Invasion vernichtete um die Jahrtausendwende den Buddhismus. Im Jahre 1240 wurde Tibet durch den mongolischen Khan Güyük Khan erobert. Ab diesem Zeitpunkt kehrte der Buddhismus langsam wieder zurück. Angehörige der buddhistischen Sakya Schule wurden von den mongolischen Khans als Vizekönige eingesetzt.

1679 wurde Sangye Gyatso von Lhabsang Khan zum tibetischen obersten Regenten mit dem Titel „Desi des 5. Dalai Lama“, ernannt. Ab nun hatten die Dalai Lamas mit Unterstützung der Mongolen die weltliche und geistliche Herrschaft. Der Einfluss der Mongolen sowie der chinesischen Mandschukaiser ging langsam zurück.

Tibets Geschichte ist geprägt von vielen Machtansprüchen unterschiedlicher Regierungen: Anfang des 20. Jahrhunderts waren es die Russen, die einen starken diplomatischen Einfluss auf Tibet gewinnen wollten. Im November 1903 annektierten die Briten von Indien aus das Land. Der 13. Dalai Lama musste in die Mongolei fliehen.

Im Vertrag von Sankt Petersburg von 1907 einigten sich England und Russland über ihre Interessenssphären in Zentralasien und stellten die Oberhoheit Mandschu-Chinas über Tibet fest. 1910 schickten die Mandschuren eine eigene militärische Expedition, um diesen Anspruch zu festigen. Der Dalai Lama, kaum aus dem Exil heimgekehrt, floh erneut, diesmal nach Indien. Infolge der chinesischen Revolution im Oktober 1911, des Sturzes der Qing-Dynastie und des damit einhergehenden Endes des Kaisertums in China, verließen die chinesischen Truppen Tibet.

Im Frühjahr 1912 gab es nur noch eine kleine chinesische Garnison in Lhasa. Der Dalai Lama kehrte zurück und zog im Juni 1912 in Lhasa ein. Nach Vertreibung der letzten mandschu-chinesischen Truppen aus Lhasa Anfang Januar 1913 proklamierte der Dalai Lama am 14. Februar 1913 feierlich die staatliche Unabhängigkeit Tibets.

Der chinesische Machtanspruch verlor aber nur kurz an Bedeutung. Er erwachte wieder nach der Gründung der Volksrepublik China unter der Führung von Mao Zedong (Oktober 1949).

Am 23. Mai 1951 wurde in einem 17-Punkte-Abkommen die Integration Tibets in China festgelegt, wobei Tibet neben der regionalen Autonomie und Religionsfreiheit auch die Garantie zugesichert wurde, dass das existierende politische System in Tibet unverändert bliebe. Da das religiös-politische System Tibets und die Stellung des Dalai Lamas unverändert zu bleiben schien, stimmte die Regierung von Lhasa am 24. Oktober 1951 dem Abkommen zu.

Wenige Tage darauf brach die Volksbefreiungsarmee in Richtung Zentraltibet auf und errichtete in Lhasa binnen weniger Monate eine große Militärpräsenz. Der Einfluss der Chinesen nahm wieder zu und mehrere tausend Klöster wurden in den 60er und 70er Jahren von ihnen zerstört.

Am 17. März 1959 floh der dort verweilende Dalai Lama nach Indien. Zwei Tage später brachen Kämpfe in der Stadt aus, der Volksaufstand wurde aber niedergeschlagen.

Tibet, ein Land, berühmt auch durch seine zahllosen Weisheiten und Sprüche, wie: „Keiner kann seinen eigenen Kopf rasieren“ – oder: „Leichtgläubigkeit ist besser als Ungläubigkeit“ – oder: „Lieber ein Jahr wie ein Tiger leben als 1000 Jahre wie ein Schaf“.

Schauen Sie rein in unsere Ausstellung und nehmen Sie sich selbst ein Stückchen Tibet (zumindest im Geiste) mit.

Quellen: Wikipedia; Flyer der „Save Tibet“ Österreichischen Gesellschaft zur Hilfe an das tibetische Volk

Überblick zu unserer Ausstellung

Nun zu unserer Ausstellung, in der wir versuchen wollen, Ihnen die geheimnisvolle, mysteriöse und fantastische Welt Tibets, des Lands am Dach der Welt, näher zu bringen.

Unsere Vitrinen sind im Uhrzeigersinn aufgestellt und nummeriert:

Vitrine 1) Hier sehen Sie ein überlebensgroßes Portraitfoto des jetzigen Dalai Lama und ein paar Informationen über diesen großartigen Menschen.

Vitrine 2) Hier sehen Sie tibetische Bronzefiguren, in ihrer Mitte der liegende Buddha während seiner letzten Lebensmomente vor dem Eintritt ins Nirvana.

Vitrine 3) Tibetische Holzdruckstöcke, die zum Buchdruck verwendet wurden, sowie tibetische Bücher sind hier ausgestellt.

Vitrine 4) Links sehen Sie ein auf Seide gesticktes, bemaltes Lebensrad, eine der wichtigsten Ikonographien im tibetischen Buddhismus, sowie eine menschliche Schädelschale, kunstvoll mit Silber eingefasst und einen Hausaltar mit Kultgegenständen Rechts stehen zwei imposante Bronzefiguren, div. kleinere Buddhas und ganz unten Manisteine und Mauerstücke, mystisch bemalt und graviert.

Vitrine 5) Hier sehen Sie typische tibetische Alltagsgegenstände, wie ein Muschelhorn, Gebetsschnüre, Hackmesser, Zimbeln, usw.

Vitrine 6) Hier gibt es Ritualinstrumente zu sehen, wie zum Beispiel Klangschalen oder ein Muschelhorn uvm.

Vitrine 7) Hier sehen Sie Schuhwerk, das von flüchtenden Tibetern getragen wurde, ein Butterfass aus Holz und eine Laute.

Vitrine 8, 9, 10) Diverse tibetische Kunst und Kulturgegenstände wie Schmuck, Gebetsmühlen, Altarschreine und vieles mehr.

Vitrine 11) Links sehen Sie hier einen besonders wertvollen, bemalten Thangka, rechts sehen Sie einen gestickten Thangka.

Vitrine 12) Hier sehen Sie eine bedeutende, sitzende Buddhafigur aus Bronze mit dem Namen „Tsepakme“ (der Buddha des langen Lebens).

Außerdem gibt es natürlich noch sehr viel Fotomaterial, das die wunderschöne Landschaft sowie die Bewohner Tibets zeigt. Ebenso ist der Raum mit vielen seidenen Thangkas dekoriert. Wir hoffen, dass Ihnen die Ausstellung gefallen und sie der mystischen Welt Tibets ein wenig näher gebracht hat. Wenn Ihnen diese Ausstellung gefällt, bitte empfehlen Sie uns weiter.

Das Museumsteam

Das Museumsteam möchten sich herzlichst bei Frau Zimmermann, Frau Müllner und Herrn Kirchstorfer für die Überlassung, Beschriftung und Einrichtung der Ausstellungsstücke bedanken. Für die Mitarbeit ein Danke an den Tibeter Herrn Jampel Lhundup. Alle von Verein „Save Tibet“.

Für die Plakatentwürfe und Fotos wie immer ein Dankeschön an Herrn Ing. Franz Pletzer. Bei unseren Innungen, EWG der RFK, Freundinnen und Freunde, an die fleißigen Bürodamen für die Bereitstellung (Herr RR. Prof. Felix Czeipek) und für die Bedienung der Mikrofonanlage (Herr Ing. Robert Köck).

Bei den liebenswürdigen Damen der Bundesinnung-, Landesinnung- und natürlich auch von der EWG der Rauchfangkehrer.

Für die Gestaltung des Ausstellungsführers ein Dankeschön an Frau Brigitte Puschmann, an meine Tochter Mag. Dr. Friederike Stern und für die Fotos an Hr. Franz Pletzer und Hr. Günter Novak.

Für die freundliche, finanzielle Unterstützung des Eröffnungsbuffets: Fa. Ahrens Schornsteintechnik (Hr. Racher), Fa. Elmora (Hr. Hans Quester), EWB-Treuhandgesellschaft (Fr. Mag. Schneider, Hr. Dr. Hamerle), EWG der Wiener Rauchfangkehrermeister und Landesinnung Wien der Rauchfangkehrer, Fa. Kalousek, Metallrauchfangbau (Hr. Ing. Kalousek), Fa. Moldrich, Metallwaren (Hr. KR. Ing. Stögerer), Fa. Rauchfang-Quester (Hr. Christian Quester), Fa. Tomi-Kamin (Hr. Rudolf Tomicich), Fa. Weidhofer, Kaminsanierung (Hr. David Kleveta).

Die Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien, Herr Prok. Ahrer ist als Sponsor ausgeschieden. Näheres im Jahresbericht und in einem Rußflankerl-Artikel. Dafür ein herzliches Dankeschön an die Fa. Elmora, Herrn Hans Quester, 1040 Wien, der kurzfristig für die Raika eingesprungen ist.

Ein Dankeschön an die Bäckerei Ströck für das Knabbergebäck und die Süßigkeiten, ebenfalls ein herzliches Danke an Herrn Gerald Planteu (WKO-Catering) für sein wie immer vorzügliches Service und auch für sein großzügiges Einspringen bei Überschreitung unseres Budgetrahmens.

Viel Spaß bei der Ausstellung und – wie immer – empfehlen Sie uns weiter!
Ausstellungsdauer bis 28. Mai 2017. DER Eintritt ist frei!
Besuchszeiten jeweils Sonntag von 10.00 bis 12.00 Uhr.
Führungen jederzeit nach tel. Voranmeldung möglich.
Kontakt: Landesinnung Wien der Rauchfangkehrer unter Tel. Nr.: (01) 514 50 DW 2275,
EWG der Wiener Rauchfangkehrer Tel. Nr.: (01) 317 25 71,
ML Günter Stern (01) 734 35 40
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